Stablecoins erklärt: Funktion, Arten und Risiken

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Kurze Antwort

Ein Stablecoin ist eine Kryptowährung, deren Kurs an einen stabilen Wert wie den US-Dollar oder den Euro gekoppelt ist. Während Bitcoin und viele andere Coins stark schwanken, soll ein Stablecoin möglichst immer gleich viel wert sein. Genau das macht ihn zu einem wichtigen Baustein im Krypto-Markt. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Stablecoins funktionieren, welche Arten es gibt und welche Risiken Sie kennen sollten.

Warum es Stablecoins überhaupt gibt

Krypto-Kurse bewegen sich oft heftig. Wer heute Bitcoin kauft, kann morgen deutlich mehr oder weniger Geld besitzen. Für Zahlungen und für den Handel ist das unpraktisch. Stablecoins lösen dieses Problem. Sie verbinden die Technik der Blockchain mit der Stabilität klassischer Währungen. So lassen sich Werte schnell und weltweit übertragen, ohne den ständigen Auf und Ab anderer Coins.

Der Markt ist groß geworden. Laut Daten von Visa und Allium lag das jährliche Transfervolumen von Stablecoins 2024 bei rund 1,8 Billionen US-Dollar. Das zeigt, wie stark diese Coins inzwischen genutzt werden. Auch 2025 und 2026 bleiben Stablecoins ein zentrales Thema, vor allem weil immer mehr Aufsichtsbehörden klare Regeln dafür schaffen.

Wie ein Stablecoin den Kurs hält

Das Ziel ist einfach: Ein Coin soll immer ungefähr einen US-Dollar oder einen Euro wert sein. Diese feste Kopplung nennt man Peg. Damit der Peg hält, braucht es einen Mechanismus. Bei den meisten Stablecoins steckt dahinter eine echte Deckung. Für jeden ausgegebenen Coin liegt also ein Gegenwert bereit. Bei anderen Modellen sorgt ein Computerprogramm für die Stabilität. Wie gut das klappt, hängt stark von der gewählten Art ab.

Infografik zu den vier Arten von Stablecoins und ihren Risiken
Die vier Stablecoin-Arten im Überblick: Deckung, Beispiele und Risiken.

Die vier Arten von Stablecoins

Stablecoins lassen sich grob in vier Gruppen einteilen. Sie unterscheiden sich vor allem darin, wodurch ihr Wert gedeckt ist.

Art Deckung Beispiel Hauptrisiko
Fiat-besichert Echtes Geld (USD/EUR) auf Konten USDT, USDC Transparenz der Reserven
Krypto-besichert Andere Coins, oft überbesichert DAI Kurssturz der Sicherheiten
Rohstoff-besichert Gold oder andere Werte PAXG Lagerung und Prüfung
Algorithmisch Keine echte Deckung, nur Code ehem. TerraUSD Kompletter Kollaps

Fiat-besicherte Stablecoins

Diese Coins sind am weitesten verbreitet. Für jeden Coin hält der Anbieter einen echten Dollar oder Euro als Reserve. Bekannte Beispiele sind USDT und USDC. Wichtig ist hier, wie offen der Anbieter seine Reserven nachweist. Geprüfte und regelmäßig veröffentlichte Berichte schaffen Vertrauen.

Krypto-besicherte Stablecoins

Hier dienen andere Kryptowährungen als Sicherheit. Weil diese selbst schwanken, wird meist mehr hinterlegt als nötig. Man spricht von Überbesicherung. Fällt der Kurs der Sicherheiten stark, kann das System unter Druck geraten.

Rohstoff-besicherte Stablecoins

Diese Coins sind an einen realen Wert wie Gold gekoppelt. Ein Coin steht dann zum Beispiel für eine bestimmte Menge Gold in einem Tresor. Das Risiko liegt vor allem in der sicheren Lagerung und der ehrlichen Prüfung der Bestände.

Algorithmische Stablecoins

Diese Variante kommt ohne echte Deckung aus. Ein Programm steuert Angebot und Nachfrage, um den Preis stabil zu halten. Das Modell gilt als besonders riskant. Der Zusammenbruch von TerraUSD im Jahr 2022 zeigte, wie schnell so ein System scheitern kann.

Stablecoins im Alltag

Im Alltag erfüllen Stablecoins mehrere Aufgaben. Händler an Krypto-Börsen parken ihr Geld in Stablecoins, wenn sie nicht in schwankende Coins investiert sein wollen. So bleibt der Wert erhalten, ohne dass man in echtes Bankgeld zurücktauschen muss. Auch für Überweisungen über Ländergrenzen hinweg sind Stablecoins beliebt, weil sie schnell und oft günstig sind. In Ländern mit hoher Inflation nutzen manche Menschen Dollar-gekoppelte Stablecoins, um ihr Erspartes zu schützen. Diese praktischen Anwendungen erklären, warum das Transfervolumen so stark gewachsen ist.

Risiken und Regulierung

Stablecoins sind nicht automatisch sicher. Das größte Risiko ist der Verlust des Pegs. Wenn ein Coin seine Kopplung verliert, kann sein Wert plötzlich stark sinken. Auch die Frage, ob die hinterlegten Reserven wirklich vorhanden sind, ist entscheidend. Deshalb arbeiten Aufsichtsbehörden weltweit an klaren Regeln. In der EU gilt seit 2024 die Verordnung MiCA, die strenge Vorgaben für Stablecoin-Anbieter macht. Das soll Verbraucher besser schützen.

Wer Stablecoins nutzt, sollte zudem die Sicherheit der eigenen Aufbewahrung beachten. Mehr dazu lesen Sie in unserem Beitrag zur Krypto-Wallet-Sicherheit. Wer breiter in das Thema einsteigen will, findet einen guten Überblick in unserem Artikel über die Zukunft des Geldes durch Blockchain.

Hinweis: Dieser Beitrag dient der Information und ist keine Anlageberatung. Krypto-Investments können zum Totalverlust führen.

Neben wertstabilen Coins haben sich auch NFTs (Non-Fungible Tokens) als eigene digitale Anlageklasse etabliert.

Im Gegensatz zu wertstabilen Coins schwankt der Kurs von Bitcoin als Wertanlage teils erheblich.

Häufige Fragen

Sind Stablecoins wirklich stabil?

Sie sind stabiler als andere Coins, aber nicht risikofrei. Ein Stablecoin kann seine Kopplung verlieren, wenn die Deckung nicht ausreicht oder das Vertrauen schwindet.

Wofür werden Stablecoins genutzt?

Viele Menschen nutzen sie für Zahlungen, für den Handel zwischen Coins und als sicheren Hafen in unruhigen Marktphasen.

Sind Stablecoins durch echtes Geld gedeckt?

Das hängt von der Art ab. Fiat-besicherte Coins sollen voll durch echtes Geld gedeckt sein. Algorithmische Coins haben dagegen keine echte Deckung.

Sind Stablecoins in der EU reguliert?

Ja. Seit 2024 gelten durch die MiCA-Verordnung klare Regeln für Anbieter in der EU. Das soll Verbraucher schützen und mehr Transparenz schaffen.

Fazit

Stablecoins verbinden die Vorteile der Blockchain mit der Stabilität klassischer Währungen. Sie sind heute ein fester Teil des Krypto-Marktes und werden 2025 und 2026 durch neue Regeln stärker beaufsichtigt. Trotzdem gilt: Die Stabilität hängt von der Deckung und vom Vertrauen ab. Wer Stablecoins nutzt, sollte den Anbieter und das Modell genau prüfen.

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