Matter ist ein herstellerübergreifender Smart-Home-Standard, der Geräte verschiedener Marken über ein gemeinsames technisches Protokoll verbindet, sodass sie ohne separate Insellösungen zusammenarbeiten. Damit soll das alte Problem verschwinden, dass Lampe, Thermostat und Steckdose jeweils nur in der eigenen App funktionieren. Wie der Standard das im Detail löst, welche Vorteile er bringt und wo seine Grenzen liegen, zeigt dieser Überblick.
Was Matter ist
Matter ist eine technische Sprache, auf die sich viele große Hersteller geeinigt haben. Geräte mit Matter-Unterstützung lassen sich über verschiedene Systeme hinweg steuern, unabhängig davon, von welchem Anbieter die Steuerzentrale stammt. Statt vieler getrennter Apps entsteht so eine gemeinsame technische Basis.
Entwickelt wird Matter von der Connectivity Standards Alliance (CSA), einem Zusammenschluss großer Technologiefirmen. Eng verbunden ist der Standard mit Thread, einem stromsparenden Funknetz für viele kleine Geräte, das neben Zigbee und Z-Wave zu den gängigen IoT-Funkprotokollen zählt. Für Nutzerinnen und Nutzer heißt das: weniger Inkompatibilität, mehr Wahlfreiheit beim Kauf.
Welche Vorteile Matter bringt
Der größte Nutzen zeigt sich beim Zusammenspiel unterschiedlicher Marken: Lampe und Steckdose von zwei Herstellern laufen dann in derselben App.
Neue Geräte sind dadurch nicht mehr an ein einziges Ökosystem gebunden.
Wo die Grenzen liegen
Matter ist ein großer Fortschritt, aber kein Wundermittel. Nicht jedes ältere Gerät lässt sich nachrüsten, und manche Spezialfunktionen einer Marke bleiben weiterhin nur in deren eigener App verfügbar. Der Funktionsumfang wächst zudem schrittweise, weil sich der Standard mit jeder neuen Version erst noch weiterentwickelt.
Laut dem Marktforscher Statista soll der weltweite Smart-Home-Markt 2026 einen Umsatz im deutlich dreistelligen Milliardenbereich erreichen; laut der Brancheninitiative hinter Matter unterstützen inzwischen hunderte Hersteller den Standard. Beide Zahlen sprechen dafür, dass Matter 2026 endgültig zur gemeinsamen technischen Grundlage im Smart Home wird, auch wenn einzelne Hersteller weiterhin eigene Zusatzfunktionen pflegen.
Worauf Sie beim Kauf achten
Vier Punkte entscheiden über die spätere Kompatibilität:
| Kriterium | Worauf achten |
|---|---|
| Matter-Logo | Auf Verpackung oder Datenblatt prüfen |
| Thread oder WLAN | Thread spart Strom, WLAN ist verbreitet |
| Steuerzentrale | Eine Matter-fähige Zentrale ist oft nötig |
| Updatepolitik | Hersteller sollte Updates zusagen |
Wie Smart-Home-Systeme grundsätzlich aufgebaut sind, lesen Sie im Ratgeber Smart-Home-Systeme. Matter ist zudem eng mit der Idee vernetzter Geräte verbunden, die der Beitrag das Internet of Things erklärt.
Häufige Fragen zu Matter im Smart Home
Muss ich für Matter alles neu kaufen?
Nein. Viele bestehende Systeme erhalten Matter per Software-Update nachgeliefert. Bei Neuanschaffungen sollten Sie dennoch gezielt auf die Matter-Kennzeichnung achten.
Brauche ich eine bestimmte Marke?
Nein, das ist gerade der Vorteil des Standards: Matter funktioniert herstellerübergreifend, sodass Sie nicht mehr an ein einziges Ökosystem gebunden sind.
Funktioniert Matter ohne Internet?
Ein großer Teil der Steuerung läuft lokal im Heimnetz. Für den Fernzugriff von unterwegs benötigen Sie in der Regel trotzdem eine Internetverbindung.
Fazit
Matter beendet das Nebeneinander getrennter Hersteller-Apps: Lampe, Thermostat und Steckdose sprechen inzwischen dieselbe technische Sprache, sofern Gerät und Steuerzentrale den Standard unterstützen. Einzelne Spezialfunktionen bleiben zwar weiterhin an bestimmte Marken gebunden, doch mit jeder neuen Version schließen sich diese Lücken. Achten Sie beim nächsten Kauf auf Matter-Logo, kompatible Steuerzentrale und die Update-Zusage des Herstellers.
